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»ABCDEFGHIJK – Lust am Alphabet« Julia Vermes

25. Juni bis 18. September 2016 / 2. Ausstellung 2016

Buchdeckel: J. Dugan/P. Hovland: ABC NYC, A book about seeing New York City (Abrams Books for Young Readers, N. Y. ), 2005.

Buchdeckel: J. Dugan/P. Hovland: ABC NYC, A book about seeing
New York City (Abrams Books for Young Readers, N. Y. ), 2005.

»ABCDEFGHIJK – Lust am Alphabet« aus der Alphabetsammlung Julia Vermes

Fünf Tonangeber, die Vokale, und ihre 21 Gesellen, die Konsonanten, diese 26 Buchstaben bilden das Alphabet und sind die Gesamtheit der Schriftzeichen einer Sprache in einer festgelegten Reihenfolge. Sie bestimmen unser Leben. Oder bestimmen wir das Leben der Buchstaben? Eine unzertrennliche Allianz: alles Gelernte, Gedachte, Gedichtete, Erforschte wird mit Hilfe dieses Buchstabenheers zum Allgemeingut, dient unserer Kommunikation, ist unser Wissen. Das ABC ist Text, aber auch Bild. Die Formgebung der Buchstaben kennt keine Grenzen. Der Gestaltungsreichtum des Alphabets beschäftigt seit vielen Jahrhunderten die Künstler: Buch malende Mönche, seit Gutenbergs Erfindung die Typographen und Drucker, Gestalter der Schreibmeisterbücher und Kupferstichblätter, Grafiker und Designer der Buchkunst. Doch die im Alphabet festgelegte Reihenfolge der Buchstaben hat auch eine ordnende, sortierende Funktion das bei Wörterbüchern, Telefonbüchern, Namenslisten oder Lexika zum Tragen kommt.

Die unerschöpfliche, ästhetische Vielfalt der Alphabete fasziniert und hat mich bewogen, neben anderen Gebieten, wie Exlibris, Brieföffnern und Künstlerbüchern, auch Alphabete zu sammeln. In meiner Sammlung toben die Alphabete in vielen Sprachen herum; sie können Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Ungarisch, etc.: das biblische Sprachenwirrwarr zu Babel ist in unserem gemeinsamen lateinischen Alphabet überwunden!

In den vergangenen 20 Jahren wuchs die Sammlung auf etwa 700 Werke: von kleinen Leporellos über Stickmustertücher, grafische Plakate, typografische Bücher, individuell gestaltete Unikatbücher, Kinderbücher, Wandbilder, Postkarten, Fotoalben bis hin zur Alphabet-Fachliteratur. Meine Begeisterung ist ungebrochen und auf Reisen finde ich immer wieder neue Fundstücke. Meine »Schätze« habe ich schon an mehreren Orten ausgestellt, immer mit dem Wunsch, dass andere Leute auch Lust am Alphabet bekommen und anfangen zu sammeln. Man braucht kein Vermögen dazu!

Julia Vermes

Einladung 02/2016