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Vladimir Suchanek Exlibris und freie Kalligrafie

24. September 2016 bis April 2017 / 3. Ausstellung 2016

Vladimír Suchánek: Exlibris für Norbert Hillerbrandt, Farblithographie, 1988

Vladimír Suchánek: Exlibris für Norbert Hillerbrandt, Farblithographie, 1988

Die Lithographie, auch Steindruck genannt, dominierte im 19. Jahrhundert die Druckgrafik und viele Steindruckereien wurden gegründet, um den Bedarf an vor allem kommerziellen Drucksachen zu stillen. In der nordböhmischen Stadt Nove Mesto nad Metují (Neustadt an der Mettau), unterhalb des Adlergebirges, ist schon 1851 eine dieser Steindruckereien gegründet worden, die das Stadtleben beeinflusst hatte, so auch den Knaben Vladimír Suchanek, der dort 1933 geboren wurde. Für ihn ist die Lithographie schicksalhaftes Lebenselixier geworden. Er hat diese Drucktechnik seit seinem Studium an der Akademie der bildenden Künste in Prag perfektioniert und zur Meisterschaft gebracht. In Prag, wo er lebt und arbeitet, waren es in den 60er Jahren künstlerisch experimentierfreudige und erfolgreiche Zeiten doch politisch und dadurch auch persönlich schwierige Perioden.

Während des kommunistischen Regimes in der Tschechoslowakei war Suchaneks Kunst unerwünscht und wurde ignoriert. In seiner Geheimdienst-Akte findet sich die Anmerkung: »Der Künstler steht mit seinem Werk am anderen Ufer.« Gerade dies hat ihn dazu animiert, über die Grenzen Verbindungen zu suchen und Freundschaften zu knüpfen. Seine Kunst der Farblithographie ist international anerkannt, wurde in unzähligen Ausstellung präsentiert, dokumentiert und ausgezeichnet und ist in wichtigen Sammlungen vertreten. Er hat über 400 Exlibris geschaffen, sie sind unverkennbar und begehrt. Seine in subtilen Farben gehaltenen Motive führen uns in ein Grenzgebiet zwischen Wirklichkeiten und uns verborgenen Gefühls- und Traumwelten, die in uns Gedanken und Vorstellungen erzeugen können und sollen – wenn wir diese zulassen. Suchanek möchte seine Betrachter oft in eine surreale Welt des Verborgenen und Mystischen entführen, seine Gestalten sind u. a. Harlekine, Engel und geheimnisvolle Frauengestalten, deren unterschwellige Erotik zu der Atmosphäre der Darstellungen Entscheidendes beiträgt.

Heinrich R. Scheffer

Die Exponate stammen aus den Sammlungen Hillerbrandt, Mühldorf a. J. (NÖ. ) und Scheffer, Wien.

Einladung 03/2016