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Das Kulturgut »Pferd« im Exlibris

26. September 2020 bis Ende April 2020 / 2. Ausstellung 2020

Hubert Schmid (1923 – 2020): Exlibris für Dr. Ottmar Premstaller,
Holzschnitt, o. J., 95 x 78 mm

Tiere spielen im Motive des Exlibris keine unwichtige Rolle. Zum einen dienen sie schon seit Jahrhunderten als Wappentier, vor allem als Vögel, Löwen, Wildschweine u. a. Erst mit der Erneuerung des Exlibris gegen Ende des 19. Jahrhunderts treten Tiere als alleiniger Motivinhalt auf.
Nicht anderes ist es beim Pferd, welches heute schon als Kulturgut angesprochen werden muss. Darunter versteht man eine besondere Beziehung zwischen Pferd und Mensch. Diese Kategorie schließt Kunst, Literatur, Bräuche, Traditionen und weitere Kulturformen mit ein. In diesen spielt das Pferd in literarischen oder künstlerischen Werken und kulturellen, vom Brauchtum des Volkes geprägte Veranstaltungen, eine wichtige Rolle. Mindestens 6000 Jahre diente das Pferd dem Menschen als Haustier. Das Pferd als »Gebrauchstier« spielte noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts in der Beziehung zum Menschen eine bedeutende Rolle. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges waren Pferde auf allen Seiten des Krieges eingesetzt und entsetzlichen Leiden ausgesetzt. Die totale Motorisierung der menschlichen Kultur ab der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts führte fast zum vollständigen Verschwinden des Pferdes als »Gebrauchstier«. Auf den Bauernhöfen musste das Pferd nach 1945 schnell den neuen Maschinen Platz machen und es wurde vom Ende des Pferdezeitalters gesprochen, was sich nicht ganz bewahrheitet hatte.
Das Pferd ist Gegenstand elitärer Liebhaberkreise geworden bzw. ist es der Reitsport und sein Umfeld, welcher zum Erhalt des Pferdes führte. Wer einmal auf einem Pferd gesessen ist, versteht den Spruch: »Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde«. In der Bildenden Kunst hat das Pferd schon lange Einzug genommen. Im Exlibris und in der Kleingrafik präsentiert sich das Pferd in einer unglaublichen Formenvielfalt der Darstellung. Das Exlibris bzw. die Kleingrafik ist nun mit zum Erhalter des »Kulturgutes Pferd« geworden. (Dr. phil. Tillfried Cernajsek)

Die Exponate stammen aus der Sammlung Cernajsek, Perchtoldsdorf