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Die Exlibris-Künstler der »Cossmann-Schule«

22. September 2019 bis Ende April 2020 / 3. Ausstellung 2019

Friedrich Teubel: Exlibris für die Österreichische Exlibris-Gesellschaft (ÖEG), Kupferstich, 1934.

Friedrich Teubel: Exlibris für die Österreichische Exlibris-Gesellschaft (ÖEG),
Kupferstich, 1934.

Der bedeutende Kupferstecher und Exlibris-Künstler Alfred Cossmann (1870 – 1951) war nicht nur der Wiederentdecker des Kupferstichs und Erneuerer des Exlibris in Österreich sondern hat von 1920 bis 1930 auch an der »Graphischen« in Wien die Grafik-Klasse geleitet. Sein Können, Pädagogik
und Motivationskraft haben eine ganze Generation an Studierenden zum Kupferstich geführt und es bildete sich eine hoch motivierte Künstlergruppe heraus, die unter dem Namen »Cossmann-Schule« auch international, nicht nur im Exlibris, sondern vor allem im Briefmarken- und Banknotenstich Bedeutung erlangte. Von dieser Gruppe von Künstlern ist an erster Stelle der Wiener Hans Ranzoni d. J. (1896 – 1991) zu nennen, der hervorragende, minutiös gearbeitete Exlibris geschaffen hatte und in der Philatelie durch den wertvollen »Renner-Block« 1946 und vielen anderen Marken allgemeine Anerkennung und Bekanntheit erlangte.
Als ausgebildeter Militärtechniker ist Friedrich Teubel (1884 – 1965) zum Kupferstich gestoßen und hat uns durch sein ausgeprägtes formales Empfinden feine, harmonische Blätter hinterlassen.
Nur zwei Jahre war Herbert Toni Schimek (1905 – 1982) Student bei Cossmann und hat trotzdem den Flair des Kupferstichs in sich und in seinen Arbeiten aufgenommen.
Als den »moderneren« Vertreter der »Cossmann-Schule« kann man Hubert Woyty-Wimmer (1901 – 1972) betrachten. Bei seinen Arbeiten steht die Schrift und eine strengere Linienführung im Vordergrund.
Auch Franz Taussig (1906 – 1942) und Sascha Kronburg (1893 – 1985) sind unbedingt zu erwähnen, die mit ihren erzählerischen und symbolistischen Darstellungen die Exlibris-Motive bereicherten.
Rose Reinhold (1894 – 1959) und Karl Hasenböck (1902 – 1991) gehörten ebenfalls zur Klasse Cossmann, doch war ihre Technik nicht der Kupferstich, sondern der Holzschnitt- bzw. Stich.
Es wären noch eine ganze Reihe von Künstlerinnen und Künstlern zu erwähnen, dies würde jedoch den Rahmen der Ausstellung sprengen. (Heinrich R. Scheffer)

Die Exponate stammen aus der Sammlung Scheffer, Wien.