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Exlibris und Kleingrafik von Alfred Cossmann

13. Juni bis 16. September 2018 / 2. Ausstellung 2018

Alfred Cossmann: Exlibris für den Dichter Josef Weinheber; Kupferstich, 1938

Alfred Cossmann: Exlibris für den Dichter Josef Weinheber; Kupferstich, 1938

Wenn man die österreichische Druckgrafik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts betrachtet, so muss man ebenfalls auf den Kupferstecher Alfred Cossmann eingehen. Es kommt ihm das Verdienst zu, den fast vergessenen Kupferstich wiederentdeckt und gleichzeitig zu neuer Blüte geführt zu haben. In Graz geboren, ist er schon mit 16 Jahren nach Wien gekommen, um an der Kunstgewerbeschule und an der Wiener Akademie bei Prof. William Unger das Zeichnen und Radieren zu erlernen, mit dem Abschluss im Jahre 1899. Der Schritt zum Kupferstich war dann nicht mehr weit! Cossmann wurde ambitionierter, freischaffender Künstler, Mitglied des Künstlerhauses und 1900 des neu gegründeten Hagenbundes in Wien. 1920 wurde er an die »Graphische« berufen, wo er die Grafik-Klasse bis zu seinem Ruhestand 1930 leitete. Sein Anliegen war es, die Kunst des Kupferstichs an die neue Generation von Grafikern weiter zu geben und es bildete sich eine hoch motivierte Gruppe von jungen Künstlern heraus, die unter dem Namen »Cossmann- Schule« auch internationale Bebedeutung erlangte. Dazu zählte der wichtige Grafiker und Markenstecher Hans Ranzoni d. J. (1896 – 1991), um nur einen zu nennen.

Die Kunst des Alfred Cossmann im Exlibris ist nach 1900 dem Heraldischen entwachsen und zeichnet sich durch die Ausgewogenheit der figuralen Motive und der ornamentalen Gestaltung aus, deren Aussagekraft oft mit Spruchbändern betont wird. Cossmann wollte nicht Einflüssen irgendeiner populären Modeströmung – wie dem Jugendstil – nachgeben, er hat das Handwerkliche in seiner Kunst nicht verleugnet und kann als konservativer Künstler im besten Sinne des Worte betrachtet werden Es war die Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit, die Cossmann in seiner Kunst zu verfolgen und offenzulegen trachtete und sein Detailreichtum und seine Präzision sind bewundernswert. Cossmann hat 216 Exlibris und Gebrauchsgrafiken geschaffen, die jede Exlibris-Sammlung aufwerten und ein Sammler kann sich glücklich schätzen ein Blatt von ihm, auch wenn es noch so klein ist, sein Eigen zu nennen.
Heinrich R. Scheffer

Die Exponate stammen aus der Sammlung Scheffer, Wien.