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Geologische und Montanistische Exlibris

27. April bis 16. Juni 2019 / 1. Ausstellung 2019

Monika Brüggemann-Ledolter: Exlibris Dr. Benno Plöchinger, 1992, Offset.

Monika Brüggemann-Ledolter: Exlibris Dr. Benno Plöchinger, 1992, Offset.

Seit der frühen Kulturgeschichte hatte der Mensch Interesse an den Schätzen des Bodens. Anfangs waren es die Feuersteine, formbare und brennbare Gesteine, schließlich Erze und brennbare Rohstoffe. Die Verarbeitung von Erzen und die Gewinnung von Metallen – zu welchem Zweck auch immer – erregte seit dem Altertum großes Interesse der Menschheit. Die Erkenntnisse, die Gewinnung und die Verarbeitung der Rohstoffe führten einerseits zum Wohlstand des Menschen, der seine Kultur entwickelte, andererseits führten die Kenntnisse der Rohstoffe, deren Verwertung und der Besitz der Verarbeitungsprodukte, zu Krieg und Elend. Aufzeichnungen über Bodenschätze und geogene Erscheinungen beschreibt schon die Bibel.

Doch erst mit dem Anfang der Neuzeit erscheinen die ersten gedruckten Bücher über den Bergbau. Ab dem 18. Jahrhundert werden vereinzelt Exlibris von Bergbau betreibern bekannt. So stehen die meisten bekannten Exlibris bis heute mit Inhalten aus den Geowissenschaften und der Montanistik den Eignern der Exlibris sehr nahe. Die Motive der Exlibris aus diesen Fachbereichen sind zahlreich: allen voran das Bergbausymbol »Schlägel und Eisen«. Selten bei Hüttenleuten die Zange, Wappen mit Bergbauattributen, Festtracht (Bergkittel), Mineralien, Fossilien, Erzstufen, Höhlen, Werkzeuge bzw. Gezähe (Grubenlampe, Hunt, Theodolit, Hauer, Hammer, Bohrturm, Förderturm, Mikroskop, Kartentasche, Geologenhammer- und Kompass, Ölförderpumpe, Hochofen usw.), Halden, Motti (»mente et malleo« oder »Glück auf«), Zwerge (Venedigermandl), »redende Exlibris«, geologische Phänomene (Vulkan, Quelle usw.), Lebensbilder aus der Vorzeit, Artefakte (Kultfiguren, Höhlenzeichnung), Abbildungen aus historischen Büchern (z. B. aus Georgius Agricola) und nicht zuletzt auch Heilige (z. B. die Hl. Barbara). Selbstverständlich sind Kombinationen mit anderen Darstellungen nicht ausgeschlossen. Die Verbindung mit dem Buch ergeben eine große Menge an Gestaltungsmöglichkeiten, die der Phantasie der Exlibriskünstler freien Lauf gelassen haben.

Dr. phil. Tillfried Cernajsek

Die Exponate stammen aus der Sammlung Cernajsek, Perchtoldsdorf, NÖ.