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Kalligrafien von Benno Aumann

22. September 2019 bis Ende April 2020 / 3. Ausstellung 2019

Kalligrafie von Benno Aumann

Kalligrafie von Benno Aumann

Schrift als Kalligrafie ist Form nicht Funktion. Ihre Funktion, verbale Inhalte zu transportieren, hat seit Gutenberg die Typografe mit ihren Stereotypen übernommen. Schrift als Kalligraphie ist also nicht in erster Linie zum Lesen da, sondern zum Anschauen.
Ihrem Ursprung entsprechend ist Schrift als Bild definiert. Sie kennt Regeln wie Lesbarkeit, Leserlichkeit, die aus der Typografie abgeleitet sind, nicht. Sie sind für die grafische Wirkung ohne Belang. Kalligrafie im Sinne von »schöne Buchstaben schreiben« kann man das nicht nennen. Es ist eher gestaltete Kalligrafie, deren Resultat ich Kalligrafik nenne.
Ich trete dabei mit den Buchstaben in einen Dialog, um herauszufinden, wie Schrift zum Bild wird. Ich will sehen, was passiert, wenn man die Wirkung der grafischen Strukturen der Schrift, der Rhythmen der Linien und der Flächen,
den Klang der Striche erkundet. Man weiß nie, wie und wo dieser Vorgang endet. Schrift, experimentell als zweidimensionales graphisches Bild gestaltet, ist ein Prozeß, der zu überraschenden nicht vorhersehbaren Ergebnissen führen kann und das Risiko des Scheiterns in kauf nimmt – nehmen muß, um zu funktionieren.
Wenn ich von Anfang an wüßte, wie das Ergebnis meiner kalligrafischen Experimente aussieht, würde ich gar nicht erst beginnen. Ich will selbst überrascht sein von dem, was ich mache. (Benno Aumann)