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Rudolf Köhl – Exlibris und Gelegenheitsgrafik

27. Juni bis 20. September 2020 / 1. Ausstellung 2020

Rudolf Köhl: Einladung zum Tee für Hans Ankwicz von Kleehoven,
Holzstich, ca. 1930

Rudolf Köhl (1896 – 1966) Exlibris und Gelegenheitsgrafik

Rudolf Köhl ist in Wien als Sohn eines Baumeisters geboren worden. Den Vater hatte er schon mit vier Jahren verloren, dennoch die Grundausbildung mit Matura abgeschlossen und sich sogleich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet.
Wenn es die Situation zuließ, zeichnete und malte er an der Front und bestätigte dadurch seine Begabung als Künstler. Seiner Ambition Grafiker zu werden ging er konsequent nach und wurde an der »Graphischen« in Wien aufgenommen um beim Altmeister der Schriftkunst Rudolf von Larisch zu lernen. Die Verbindung seiner Begabung für das
Figürliche mit den mehr nüchternen Prinzipien der Larisch’schen Schriftgestaltung befähigten ihn ganz besonders zum Werbe- und Gebrauchsgrafiker.
Viele seiner grafischen Blätter sind in Holz- oder Linolschnitt ausgeführt, viele davon sind Bucheignerzeichen. In Rudolf Köhl: Einladung zum Tee für Hans Ankwicz von Kleehoven, Holzstich, ca. 1930
ihnen besticht, neben der ausgezeichneten Beherrschung des Technischen, die feine Übereinstimmung des Schrift- aufbaus mit gelegentlich verwendeten figuralen Motiven. Diese nehmen im Laufe seiner Entwicklung stetig ab und wechselten zu einer immer einfacheren, sachlicheren Auffassung des Entwurfes, der im reinen Schriftexlibris, ja im Signet mündete.
Höchst erfolgreich versuchte sich Köhl auf so ziemlich allen Gebieten der vielgestaltigen Gebrauchsgrafik, wie den Entwürfen von Einladungen, Diplomen, Briefköpfen, Visitkarten, Geburts-, Übersiedlungs- und Telefonänderungsanzeigen und der gleichen viel, viel mehr. Auch kommerzielle Werbeplakate zählten dazu.
Köhl war ebenfalls ein gefragter Buchgestalter, wobei es das Los des Gebrauchsgrafikers – im Unterschied zum Illustrator – ist, in den meisten Fällen anonym zu bleiben.
Nicht zuletzt ist darauf hinzuweisen, dass die Jahrbücher der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft (ÖEG) der Jahre 1924 bis 1934 von Rudolf Köhl gestaltet wurden – ohne Zweifel Meisterleistungen der Buchgestaltung – die in der heute schon langen Reihe der ÖEG-Jahrbücher eine Sonderstellung einnehmen. (Heinrich R. Scheffer)

Die Exponate stammen aus der Sammlung Scheffer, Wien.