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»Schön böse: Kalligrafische Frechheiten« von Eva Pöll

27. April bis 16. Juni 2019 / 1. Ausstellung 2019

Eva Pöll: »Schön böse«, 2019. Pastell, 80 x 54 cm

Eva Pöll: »Schön böse«, 2019. Pastell, 80 x 54 cm

Als Fortführung und Steigerung des Themas meiner Ausstellung im Bartlhaus im Jahr 2013, damals unter dem Motto »Demütig respektlos«, darf sich diesmal die schwarze Seite meiner Kalligraphenseele präsentieren. Zahllose gesellschaftliche Mißstände und Fehlentwicklungen machen sich immer penetranter bemerkbar, werden aber politisch und medial weitgehend negiert und schöngeredet. Hier werden sie zwar schöngeschrieben, aber klar und offen angesprochen. Daher kommen auch keinerlei weise oder humoristische Zitate anerkannter Autoren ins Bild, sondern ausschließlich eigene Texte. Die den kalligraphischen Schriftbildern immanente Schönheit, die mir durch ihren Widerspruch zur sozialen und ökologischen Wirklichkeit oft unpassend erscheint und manchmal beinahe widerwärtig wird, bildet die Trägersubstanz, gewissermaßen den Zuckerwürfel, auf den man eine bittere Medizin träufelt. Die Ausarbeitung dieser Blätter und möglicherweise auch ihre Betrachtung haben damit einen fast katharsischen Effekt. Nicht der Inhalt, aber seine kalligraphische Umsetzung läßt einen in Übereinstimmung mit einer bekannten literarischen Figur sagen: Hab´ ich doch meine Freude dran!

Eva Pöll

Eva Pöll: »Schade«, 2019. Gouache, 84,5 x 60 cm

Eva Pöll: »Schade«, 2019. Gouache, 84,5 x 60 cm