Übersicht Ausstellungsarchiv ExLibris und Buchkunst 1992 bis 2015

2. ExLibris-Ausstellung 2012 | Das Österreichische Exlibris - ein Überblick

In der reichen Tradition des österreichischen Exlibris gab und gibt es besondere Höhepunkte. Eine Auswahl wird in der Ausstellung gezeigt.

Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts gab es gleich vier Strömungen, die den Stil im Exlibris beeinflussten. Es war dies der akademische Stil, der Elemente der Heraldik beinhaltete und von Ernst Krahl repräsentiert wurde. Künstler der Wiener Werkstätte, wie Kolo Moser oder Bertold Löff-ler, widmeten sich ebenfalls dem Exlibris, und haben einen wichtigen Beitrag zur Stilgeschichte des Bucheignerzei-chens geleistet. Bedeutend wurde die von Alfred coßmann geprägte »coßmann-Schule«, die den Kupferstich wieder-entdeckt und zur Perfektion geführt hatte. Eine ganze Ge-neration von Kupferstechern im Exlibris, aber auch im Mar-ken- und Banknotenstich folgte und es sei Hans Ranzoni d. J. stellvertretend für alle genannt. Das Schrift-Exlibris, das die Lehre von Rudolf von Larisch vertrat, ist auch ein wich-Gustav Klimt: Exlibris derWiener Secession, 1898, Strichätzungtiger Beitrag zur Entwick-lung des Exlibris in österreich. Außerdem gab es eine Vielzahl von Künstlern, die sich in keine »Schule« ein-ordnen lassen, wie die Ra-dierer Luigi Kasimir oder Ferdinand Schmutzer und in Oberösterreich Alfred Kubin. Vor allem hier gab es wichtige Exlibris-Künst-ler wie den Volkskundler Max Kislinger, sein Freund Franz Lehrer, Toni Hofer und bis heute Ottmar Premstaller, die zu den wichtigen Holzschnitt-Künstlern des Landes zählen.

Die letzten Jahrzehnte waren dem Exlibris nicht sonderlich zugetan und die Tradition, die eigenen Bücher mit Exlibris zu schmücken und dadurch Individualität zu demonstrieren, ist beinahe verloren gegangen. Dennoch sind moderne Exlibris ent-standen, die den Stil der Gegenwart widerspiegeln. International bedeutende Künstler wie Arnulf Rainer oder Ernst Fuchs sind die Spitzen einer Pyramide, die gegenwärtig in österreich nur eine schmale Basis für das zeitgenössische österreichische Exlibris hat.

Das Exlibris ist heute, wie in der Vergangenheit, ein anspruchsvolles Sammelgebiet und ein im Verborgenen blühender Teil unserer Kunst- und Kulturgeschichte.

Ing. Heinrich R. Scheffer

Die Exponate stammen aus der Exlibris-Sammlung Scheffer, Wien.

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Gustav Klimt: Exlibris derWiener Secession, 1898, Strichätzung