Übersicht Ausstellungsarchiv ExLibris und Buchkunst 1992 bis 2015

2. ExLibris-Ausstellung 2013 | Das Japanische Exlibris

Zur Eigentumsbezeichnung von Büchern in Japan wurde und wird, wie allgemein im Fernen Osten üblich, ein Stempel benützt. Dieser trägt den Namen des Eigentümers, ist oft ornamental verziert und meistens mit leuchtend roter Farbe ins Buch gedruckt. Solch einen Stempel verwenden auch Maler und Grafiker um ihre Arbeiten zu signieren und er ist gleichzeitig ein typisches Merkmal eines japanischen Entwurfes.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts, als sich die Machtverhältnisse zu Gunsten der Meiji-Dynastie verändert hatten und Japan sich der westlichen Kultur öffnete, hatte dies sowohl entscheidenden Einfluss auf das Leben in Japan als auch auf die grafischen Künste. Berühmt wurden im Westen die kunstvollen Holzschnitte eines Hiroshige, Utamaro oder Hirosage, die um die Jahrhundertwende auch europäische Künstler in den Bann gezogen hatten. Als Folge wurde der als »Japonismus« bezeichnete Stil in den sezessionistischen Bewegungen des Jugendstils bei uns populär.

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts besuchte der Prager Maler und Grafiker Emil Orlik das Land der aufgehenden Sonne, um einerseits den Farbholzschnitt zu studieren, andererseits brachte er das bei uns gepflegte Exlibris mit, welches in Japan als Neuheit publiziert wurde und dadurch schnell Akzeptanz und Verbreitung fand, sodass bereits 1922 der erste Sammlerverein gegründet wurde.

Die Ausstellung zeigt das Japanische Exlibris der letzten Jahrzehnte bis in die heutige Zeit. Mit Absicht ist Beispielen der Hochdrucktechnik Vorrang eingeräumt worden, denn diese Technik repräsentiert den Charakter des Japanischen Exlibris am besten und liefert mit der Vielzahl an Motiven ein umfassendes Bild dieses faszinierenden Landes in der kleinen Form des Bucheignerzeichens.

Milan Humplík

Die Exponate stammen aus der Exlibris-Sammlung Humplík , Karlsbad,
Tschechische Republik.

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Yasushi Ohmoto, Farbholzschnitt