Übersicht Ausstellungsarchiv Kalligraphie und Schriftkunst 1992 bis 2015

3. Ausstellung 2014 | »Wenn Linien Flügel verleihen« Kalligrafien von Katharina Pieper und Jean Larcher

Katharina Pieper, geb. 1962, schloß ihr Studium im Fach Kommunikationsdesign 1987 mit Diplom ab. Seit 1988 hat sie Lehraufträge für Schriftgestaltung an verschiedenen Ausbildungsstätten für Design und Kunst in Deutschland und leitet Lehrgänge in vielen europäischen Ländern und in Übersee. Bislang hatte die Künstlerin weltweit über 200 Einzel- und Gruppenausstellungen, ihre Arbeiten sind in namhaften öffentlichen und privaten Sammlungen zu finden. Ausserdem hat sie bereits 11 Bücher und Kataloge veröffentlicht, die meisten in ihrer eigenen Edition.

Jean Larcher, geb. 1947 in Rennes (Frankreich), studierte Typografie und grafische Drucktechniken. 1974 machte er sich als freischaffender Grafikdesigner mit Schwerpunkt Schriftgestaltung selbständig und arbeitet seither für Verlage und die Industrie. Jean Larcher ist der bekannteste lebende französische Schriftkünstler und gilt als Spezialist auf dem Gebiet der lateinischen Kalligrafie. Er hat 13 Bücher veröffentlicht, die sich mit verschiedenen Richtungen der Schriftgestaltung befassen. Über 250 Aus-stellungen führten ihn in die ganze Welt und er ist mit seinen Arbeiten in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.

Die Gemeinschaftsausstellung zeigt ausschließlich Arbeiten der beiden Schriftkünstler, die auch in den von ihnen verfaßten Büchern »Wurzeln und Flügel« (Pieper) bzw. »Linien mit Charakter« (Larcher) abgebildet sind.

Katharina Pieper hat anläßlich ihrer Jubiläumsausstellung »Wurzeln und Flügel – 30 Jahre Schriftkunst« im Deutschen Zeitungsmuseum Wadgassen 2012 einen großen Katalog in Buchform herausgegeben. Er zeigt einerseits einen Über­blick über ihre künstlerische Entwicklung, bietet aber u. a. auch einen Streifzug durch die Geschichte der Kalligrafie in Deutschland. Ein umfangreicher Bildteil bringt ausgewählte Arbeiten von Katharina Pieper auf Papier, Leinwand und Plexiglas, als Buch, Leporello oder Schriftrolle und zeigt so, in welcher Vielfalt sie Buchstaben gleichsam Leben einhaucht und sie so zu Bildern werden läßt.

Jean Larcher hat in siebenjähriger intensiver Arbeit ein weltweit einzigartiges Meisterbuch der Schriftkunst geschaffen. Es enthält 300 Kalligrafien in acht Sprachen mit Aussagen von Schriftkünstlern des 20. Jahrhunderts und philosophisch-literarischen Inhalten, die noch nie zuvor veröffentlicht und und speziell für dieses Buch geschaffen wurden. Auf 624 Seiten beweist Jean Larcher seine umfassende kalligrafische Meisterschaft in Gestalt von historischen, klassischen, zeitgenössischen und experimentellen Schriften und begeistert sowohl durch seine Präzision als auch seine sprühende Kreativität.

Harald Süß

Informations-Folder zu dieser Ausstellung
Nachruf Jean Larcher, der am 17. Januar 2015 in Paris verstorben ist
   
 


Katharina Pieper: »Ode an die Freude« (Fríedrich v. Schiller)

Jean Larcher: »Die Buchdruckerei …« (Johann Friedrich Unger)