Übersicht Ausstellungsarchiv ExLibris und Buchkunst 1992 bis 2015

1. ExLibris-Ausstellung 2015 | DER ELEFANT IN EXLIBRIS UND KLEINGRAFIK


Zu den wohl mächtigsten und eindrucksvollsten Landsäugetieren gehört zweifellos der Elefant. Rüssel und Stoßzähne geben ihm ein charakteristisches Aussehen. Obwohl diese Tiergattung in Europa nicht vorkommt, spielt er bei uns in der Kunst und so auch im Exlibris und in der Kleingrafik eine Wappenexlibris. Ab dem 20. Jahrhundert erfreut sich der Elefant verschiedenster Motivdarstellungen. Von der Arche Noah bis zum Einzelgänger in der Savanne.

Ganz anders ist das Verhältnis Mensch/Elefant in Asien zu sehen. Einerseits als Arbeitstier im vollen Einsatz seiner Kräfte. Andererseits ein Mittelträger, der den Reichtum eines Fürsten öffentlich zur Schau stellt. Diese »Elefantenparaden« haben den Vater von Rudyard Kipling zum Entwurf eines Exlibris angeregt. In indischen Exlibris herrschen Elefanten vor!

Auch in der Dichtkunst findet sich der Elefant. Zum Beispiel lässt Berthold Brecht in einem Kalendertext Herrn K. fragen, welches Tier er schätze. Natürlich sei dies der Elefant, der List und Stärke in sich vereine. Dennoch irrte sich Brecht. So meinte er, dass der Elefant von niemandem gegessen werde. Doch für die Kunst tue er etwas, weil er Elfenbein liefere. Ein beliebtes Sammlergebiet sind immer noch Netsukes, kleine geschnitzte Figuren aus Japan. Trotz vieler Schutzmaßnahmen wird der Elefant in der freien Natur illegal und rücksichtslos gejagt, weil dem
Elfenbein besondere Heilwirkungen nachgesagt werden. Diese Tierart droht bis auf geringe Vorkommen in Tiergärten ausgerottet zu werden.

Diese Ausstellung soll auch eine Mahnung für jene sein, die sich für die Erhaltung dieser mächtigen Tiere in der freien Wildbahn einsetzen.

Tillfried Cernajsek

Die Exponate stammen aus der Grafischen Sammlung Cernajsek , Perchtoldsdorf.

Informations-Folder zu dieser Ausstellung

 

 

Hedwig Zum Tobel: Exlibris für Gustav Dichler, Holzschnitt, 1973.