Übersicht Ausstellungsarchiv Kalligraphie und Schriftkunst 1992 bis 2015

1. Ausstellung 2015 (in der Galerie) | SCRIPTURALE MALEREI VON KLAUDIA STÖCKL

Die Arbeiten von KLAUDIA STÖCKL sind zart, fein und solitär, kräftig, bewegt und aggresssiv, monochrom, still und gestisch; auf weiß modulierten Flächen tänzeln lineare Rhythmen, Linien balancieren im Farbraum, reiben sich an Farbschichten, verdichten sich in satten Schraffuren, oder lösen sich kaum wahrnehmbar in der Leere auf; wenngleich die linearen Formationen abstrakt erscheinen, so ist doch die Natur der Ausgangspunkt ihrer Arbeit. Von der Beschäftigung mit der Landschaft kommend, entwickelte Klaudia Stöckl eine malerische Sichtweise, die das Nach-empfinden der Natur ins Bildliche transportiert. Linie, Form und Raum bilden ein subtiles Gefüge.

Linien sind das Gestaltungselement der Zeichnung, aber auch der Zeichen, der Buchstaben, der Schrift. Linien sind etwas sehr Unmittelbares. Sie drücken immer Bewe-gung der Hand mit einem Stift oder Pinsel aus und sind Ausdruck einer Gemütsbewegung. Sie geben einer Erinne-rung, einer Ahnung, einer Eingebung ungeschützt ihren Ausdruck. Klaudia Stöckl setzt die Linie in unterschiedlichs-ten Spielarten ein, erschließt deren divergente Möglich-keiten und Zusammenhänge.

Die im Mostviertel lebende Künstlerin schöpft dabei aus ihrer unmittelbaren Umgebung, der hügelig-weichen und weiten Landschaft.

Elisabeth Voggeneder und Brigitta Höpler


1. Ausstellung 2015 (im Saal) | GRUPPE »GLOBAL CALLIGRAPHY VIENNA« MIT KALLIGRAFIEN VON JUNKO BABA

In Ihren Arbeiten interpretiert JUNKO BABA kalligrafisch elementare Themen aus der Japanischen Dichtkunst, in Inhalt und Form traditionsgebunden. Shodo – der Weg des Schreibens – wurde ihr bereits als Kind durch die eigene Mutter, die selbst aus der Shodo-Meister-Familie Tohaya stammt, nahegebracht. Shodo ist nicht nur die Kunst des Schönschreibens, sondern, viel umfassender, auch Ausdruck von Geist und Seele. Der Einblick, der mit ihren gezeigten Blättern in diesen Kulturkreis gewährt wird, ist faszinierend.

Junko Baba ist Gründungsmitglied der internatio-nalen Kalligrafenvereinigung global calligraphy vienna.

Im Jahr 2015 präsentiert sich global calligraphy vienna im Schriftmuseum Pettenbach mit dem Japani-schen Frühling (Junko Baba), mit dem Arabischen Sommer (Abd A. Masoud), mit dem Italienischen Herbst (Giovanni de Faccio) und Arbeiten weiterer Mitglieder der Vereiningung.

Ute Felgendreher

Informations-Folder zu dieser Ausstellung
 


»Zeichnung 2011«; Klaudia Stöckl

»Wie eine Schrift«; Klaudia Stöckl, 2008


»Uchu«, Kalligrafie von Juno Baba, 2014